Mediation

Was ist Mediation | Wann ist Mediation sinnvoll? | Was zeichnet die Mediation aus?

Phasen der Mediation | Wirtschafts-Mediation | Schul-Mediation | Bundesverband

Mediation im Alltag

Win/Win

Konflikte gehören in allen Lebensbereichen zum Alltag und oft wird versucht unter den Teppich zu kehren, was nicht ins Konzept passt oder der Umgang mit Konflikten beschränkt sich auf vordergründige Schadensbegrenzung. Die Ergebnisse sind dann meist die so genannten “faulen” Kompromisse, mit denen niemand glücklich ist.

Der Stoff, aus dem Innovationen entstehen

Für uns MediatorInnen sind Konflikte der Stoff, aus dem Innovationen entstehen. In jeder Auseinandersetzung schlummert ein kreatives Potential, dies aufzudecken und für neue gewinnbringende Ansätze nutzbar zu machen, ist unsere Aufgabe. Ebenso den Blick und das Denken von der Problemseite auf die Chancenseite der Situation zu wenden.

Machtkämpfe beenden – Ressourcen entdecken

Bei Konflikten zwischen Einzelpersonen, seien es Führungskräfte, Mitarbeiter, Kollegen, Lehrer, Schüler, Eltern, Nachbarn oder Familienmitglieder sind Emotionen von großer Bedeutung, die den Blick für konstruktive Lösungen verstellen. Die Betroffenen nehmen die störenden Eigenschaften der Gegenpartei meist überdeutlich wahr und erleben die eigenen Schwachpunke bestenfalls als Bagatellen. Es kommt zur Frontenbildung, statt Einfühlungsvermögen füreinander zu entwickeln. Aus anfänglichen Missverständnissen entwickeln sich handfeste Machtkämpfe, gespeist durch die oft unbewusste Einstellung, wenn ich nicht bekomme was mir gut tut, dann sollen die anderen es auch nicht haben. Hinter jedem Konflikt verbergen sich Ansichten und Meinungen, Überzeugungen und Wertvorstellungen, die bisher kein angemessenes Gehör fanden.

Das Erfolgsrezept der Mediation beruht darauf, dass neben der Sach- und Strukturebene, die Beziehungsebene, die Befindlichkeiten und Gefühle der Kontrahenten gleichermaßen einbezogen werden.

Neue Handlungsmöglichkeiten

Das Geschenk der Klarheit liefert jede Mediation und immer wieder ereignet sich das Wunder der Mediation, in dem sich für alle Beteiligten ungeahnte oder für unmöglich gehaltene gewinnbringende Denk- und Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

Was ist Mediation

Mediation ist ein Verfahren der Konfliktlösung, das in den 60er und 70er Jahren in den USA entwickelt wurde und dort und seit etlichen Jahren auch in Europa mit Erfolg in vielen Lebensbereichen angewendet wird.

Wörtlich übersetzt bedeutet „Mediation“ „Vermittlung“. Gemeint ist die Vermittlung in Streitfällen durch allparteiliche Dritte, die von allen Seiten akzeptiert werden. Die vermittelten MediatorInnen helfen den Beteiligten, eine einvernehmliche Lösung ihrer Probleme zu finden.

Aufgabe der MediatorInnen ist es nicht, einen Schiedsspruch oder ein Urteil zu sprechen. Vielmehr liegt es an den Konfliktparteien selbst, eine ihren Interessen optimal entsprechende Problemlösung zu erarbeiten.
Alle sollen durch die Übereinkunft „gewinnen“.

Diese konstruktive Konfliktlösung wird durch das Mediationsverfahren ermöglicht. Sie kann selbst dann gelingen, wenn die Konfliktparteien in einer offenkundigen Sackgasse stecken und alleine nicht mehr weiterkommen bzw- gar nicht mehr miteinander reden.

Die VermittlerInnen hören sich die Anliegen aller Beteiligten an und unterstützen sie darin ihre eigentlichen Bedürfnisse herauszufinden und helfen somit bei der Klärung der eigentlichen Interessen der Konfliktparteien. In zunehmendem Maße ergibt sich dann wieder eine direkte Verbindung zwischen den Beteiligten. Im geschützten Raum eines solchen Gespräches versuchen die Parteien die zugrunde liegenden Bedürfnisse zu verstehen und schließlich gemeinsam an einer tragfähigen Lösung ihrer Probleme zu arbeiten.

Das Ziel ist eine Vereinbarung mit konkreten Schritten zur Umsetzung, die alle Beteiligten unterzeichnen.

Wichtige Merkmale des Mediationsverfahrens sind:

· die Anwesenheit der vermittelnden MediattorInnen,

· die Einbeziehung aller Konfliktparteien, die in der Regel auch anwesend sind,

· die Freiwilligkeit der Teilnahme am Mediationsverfahren und die Selbstbestimmung bzgl. Der Konfliktlösung: die Entscheidungsbefugnis wird nicht an Dritte abgegeben. DasVerhand-lungsergebnis ist nicht bindend, solange nicht alle Beteiligten zugestimmt haben. Es muss also ein Konsens erzielt werden.

· die wertschätzende Kenntnisnahme der Bedürfnisse aller Beteiligten

Wann ist Mediation sinnvoll?

Mediation ist ein Verfahren der gewaltfreien Konfliktlösung unter anderen. Sie ersetzt die anderen Formen der Konfliktaustragung nicht, sondern ergänzt sie. Mediation ist sinnvoll, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

- Der Konflikt kann nicht oder nur schlecht in direkten Gesprächen bzw.
Verhandlungen gelöst werden.

- Die Konfliktaustragung befindet sich in einer Sackgasse.

- Die Streitenden haben ein Interesse an guten zukünftigen Beziehungen
zueinander.

- Eine einvernehmliche Konfliktlösung wird von allen Beteiligten angestrebt

- Die wichtigsten Konfliktparteien, wenn nicht alle, sind vertreten.

- Es geht nicht um grundsätzliche Wertorientierungen, nicht um grundlegende Rechte
oder um bloße Ja/Nein-Entscheidungen.

- Es gibt keine gravierenden Machtunterschiede. Falls doch, müssen entweder
die Schwächeren ihre eigene Machtposition verbessern (z.B. durch das Ent-
wickeln von guten Alternativen zum Verhandeln, das Suchen von Verbündeten
oder durch gewaltfreien Widerstand), oder die Stärkeren müssen bereit sein im
Rahmen der Mediation auf ihre Machtposition zu verzichten.

- Es bleibt genügend Zeit, um eine einvernehmliche Konfliktlösung zu erarbei-
ten

- Die KontrahentInnen verfügen über ein Mindestmaß an Ausdrucksvermögen
und Selbstbehauptungsfähigkeit. Sie haben keine ausgeprägte psychische
Krankheit oder Behinderung, keine starke Sucht und werden nicht missbraucht
oder gewaltsam unterdrückt.

Was zeichnet die Mediation aus?

• Außergerichtliche Art der Konfliktbearbeitung

• Freiwillige Teilnahme

• Zukunftsorientierte Sichtweise

• Übernahme von Verantwortung und Selbstbestimmung durch die Konfliktparteien

• Allparteilichkeit der Mediatoren

• Akzeptieren unterschiedlicher Sichtweisen

• Eingehen auf Gefühle und Bedürfnisse

• Vereinbarungen mit 2 Gewinnern

Erlernen von Verhandlungsfähigkeiten zur Lösung zukünftiger Konflikte

Phasen der Mediation

0. Die Konfliktparteien „an einen Tisch“ bringen

1. Einen sicheren Rahmen schaffen

2. Aussprache der Konfliktparteien leiten
und Klärung der
- Sachverhalte
- Gefühle
- Bedürfnisse
- Wünsche

3. Lösungsideen sammeln und auswerten

4. Vereinbarungen treffen

Wirtschafts-Mediation

Auch am Arbeitsplatz knirscht und kracht es immer häufiger, je mehr sich der Leistungsdruck für Mitarbeiter in schlanken Unternehmen erhöht. Denn unter dem zunehmenden härteren Wettbewerb auf globalen Märkten und wachsendem Druck leidet vor allem das Betriebsklima, um so mehr, wenn Rationalisierungen, Fusionen und der Abbau von Arbeitsplätzen bevorstehen. Negatives Denken, Mobbing und Intrigen nehmen zu. Ähnliches gilt im Außenverhältnis für die Unternehmen untereinander und im Kontakt mit Kunden.

Schul-Mediation

Angebote für Schulen und Jugendeinrichtungen

  • Infoveranstaltungen über Mediation: „Wenn Strategien aus dem Bauch nicht mehr funktionieren“, Einführung des Mediationskonzeptes in die Schule, Beratung und Supervision für Lehrer und Eltern
  • Info über ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom) – Die Unfähigkeit, sich an Regeln zu halten, führt bei ADS-Kindern im Schulalter ständig zu Disziplinproblemen und Streitigkeiten mit den Schulkameraden. Es fällt ihnen schwer, Unterrichtsinhalte zu erfassen und sich zielgerichtet und auf eine Aufgabe zu konzentrieren.
  • Vermittlung von Hilfen für Betroffene sowohl bei ADS als auch bei anderweitig verursachten Konfliktsituationen durch Mediation, was im Einzelfall auch Begleitung bei schwierigen Gesprächen und/oder Gruppenmediation bedeuten kann.

Mediation

ein Baustein der Gewaltprävention – eine Hilfe zur Selbsthilfetechnik

Wege des Verstehens in den Lebensfeldern:

  • Männer und Frauen
  • Vorgesetzte und Kollegium
  • Kollegen untereinander
  • Eltern und Lehrer
  • Lehrer und Schüler
  • Hilfreiche Maßnahmen
  • Umsetzungsschritte
  • Vorgehensweisen
  • Deeskalationsberatung
  • Mediation im Konflikt
  • Prozessbegleitung bei der Einführung und Umsetzung des Mediationskonzeptes

Mediationsausbildung im Bausteinsystem bis hin zur Anerkennung als Schulmediator
vom Bundesverband Mediation e.V.

Ethisches Selbstverständnis des Bundesverband Mediation

Die nachfolgenden ethischen Grundsätze sind für uns verbindlich.

Menschenbild

In jedem Menschen ist das Potenzial zum Umgang mit und zur Lösung eigener Konflikte vorhanden. Wir vertrauen in unsere und die Kompetenz der Parteien zur kreativen Gestaltung und Verständigung im Konflikt. Wir anerkennen die Autonomie jedes Beteiligten, respektieren die Einzigartigkeit eines jeden und gleichzeitig die Vielfalt der Unterschiede, in denen wir ein besonderes Potenzial sehen.

Verantwortung

Wir respektieren und fördern als MediatorInnen die Selbstverantwortlichkeit aller Beteiligten. Wir sind uns unserer Verantwortung für den geschützten Rahmen bewußt, der den Konfliktparteien das Sicheinlassen auf den Prozess der Lösungssuche ermöglicht und ermutigen sie, die Verantwortung für den von ihnen eingebrachten Inhalt und die erarbeiteten Vereinbarungen zu übernehmen.

Geschützter Rahmen

Wir schaffen und wahren den geschützten Rahmen, der den Konfliktparteien ermöglicht, sich auf den Prozess der Lösungssuche einzulassen und Gewalt ausschließt.

Allparteilichkeit und Fairness

Wir nehmen die Bedürfnisse und Interessen aller Konfliktparteien mit gleichem Respekt wahr. Wir achten auf Machtunterschiede und geben jeder Partei die Zeit und die Aufforderung, ihre Sache vollständig darzustellen. Wir stellen sicher, dass jede Konfliktpartei sich ihrer eigenen Bedürfnisse und Wünsche klar werden kann.

Offenheit

Als MediatorInnen sind wir ruhig und aufmerksam und ermutigen die Streitparteien zu offener und direkter Aussprache, zu gegenseitiger Toleranz und Wertschätzung.

Einfühlung und Ermutigung der Konfliktparteien

Wir fühlen uns in die Konfliktparteien ein und achten das gesamte Spektrum der Gefühle aller Beteiligten. Wir fördern die gegenseitige Einfühlung der Konfliktparteien und ermutigen sie, ihren Konflikt gemeinsam auszutragen.

Vertraulichkeit und Vertrauen

Alles, was wir in der Mediation erfahren, behandeln wir respektvoll und vertraulich. Wir vereinbaren mit den Konfliktparteien, dass sie uns im Falle eines Gerichtsprozesses nicht als Zeugen für Tatsachen benennen werden, die uns im Verlauf des Mediationsverfahrens bekannt geworden sind. Durch unsere Integrität und Aufrichtigkeit stärken wir das Vertrauen der Konfliktparteien in das Verfahren der Mediation und die Erreichbarkeit einer Lösung für ihren Konflikt.

Freiwilligkeit

Wir gewährleisten die freiwillige Teilnahme aller Konfliktparteien an der Mediation, indem wir sie vollständig über das Verfahren der Mediation informieren und sie auf dessen Möglichkeiten und Grenzen hinweisen. Mit welchem Ergebnis und zu welchem Zeitpunkt sie den Mediationsprozess beenden wollen, bleibt ausschließlich den Konfliktparteien überlassen.

Eigenes Verhalten im Konflikt

Wir sind bereit, Kritik entgegenzunehmen und im eigenen Konflikt diesen in einer Mediation zu bearbeiten.

Professionalität

Wir verpflichten uns, durch sorgfältige Vorbereitung die Interessen der Konfliktparteien bestmöglich zu wahren. Wenn wir erkennen, dass eine parteiliche Beratung für die Konfliktparteien nötig wäre, weisen wir sie darauf hin und ermutigen sie, diese für sich in Anspruch zu nehmen. Erkennen wir, dass unsere Allparteilichkeit nicht mehr gewährleistet ist, verpflichten wir uns, diese unter Zuhilfenahme von professioneller Unterstützung wiederzugewinnen bzw. die Mediation an eine Kollegin/einen Kollegen weiterzuleiten.

Wir verpflichten uns zu regelmäßiger Selbstreflexion durch Supervision, Coaching oder kollegiale Beratung und bilden uns regelmäßig fort, um unsere Qualität zu sichern.

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